Die Vixen Great Polaris Montierung wird neu geschmiert


Die Vixen Great Polaris ist eine bekannte paralaktische Montierung.

Es wurden sicher viele Tausende von ihr weltweit verkauft.

Der typische Astronom ist Zeit seines Lebens damit beschäftigt theoretische Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen und .....

man findet sie auch.

Das originale Fett der Montierung wird vor allem bei Temperaturen unter 0° C sehr zäh und man ist gut beraten es in einer kleinen Operation gegen besseres aus dem Fachhandel zu ersetzen.

Auf ein paar wenige Details sollte man jedoch aufpassen!!!!

 

Sollte ich zum Ersten mal etwas zerlegen, habe ich es mir angewöhnt, Teile zu fotografieren, sodass ich es wieder richtig zusammensetzen kann.

Grundsätzlich ist die Reihenfolge der Demontage nicht so heikel.

Diese Bilder sollen nur einen Überblick geben.

Als erstes werden die Motoren inklusive Getriebe abgenommen. Dazu werden die 3 kleinen Schrauben gelöst und der Motor samt großem Messingritzel herausgezogen.

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Die Schnecken können danach durch Entfernen von 2 Imbusschrauben ebenfalls gelöst werden.

Die mittlere Schraube am Schneckenblock dient zur Justage

Wenn der Schneckenblock mit der Schnecke entfert ist, wird zuerst am Zahnrad die Wurmschraube gelöst und man kann durch entfernen der schwarzen Gewindehülse und Kontermutter (rechts im Bild) die Schnecke herausziehen.

Spätestens hier bemerkt man die Zähigkeit des Fettes.

 


 

Nach dem Entfernen der Schnecke(n) kann man den Deklinationsblock lösen.

Dazu muss an der Stelle des Polsuchers (etwas schwer zu finden) durch ein kleines Loch im Gehäuse die Dekl. Achs so gedreht werden, dass man zur Imbusschraube darunter findet.

Nur durch Lösen dieser Madenschraube, kann man die große Alumutter aufdrehen, sodass der Deklinationsblock noch oben rausgeht.

 


 

Ganz oben am Deklinationsblock ist die Klemmung (hebel) ersichtlich. Mit einem Kreuzschraubanzieher lassen sich diese einfach entfernen.

 


 

Die Aluhülse mit dem Schneckenrad ist nur aufgesteckt. Man kann sie einfach herunterziehen. Vorsicht ist hier geboten!!!


Und nun einen Becher nehmen und mit Nitro oder ähnlich und einem Pinsel alle Teile vom Fett reinigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Nach erfolgter Reinigung aller Teile, sollten alle Teile fein säuberlich aufgelegt und getrocknet werden.

Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Vorsicht und Präzission ist beim Einstellen der Schnecken geboten.

Zum Einen muss die Schnecke im Schneckenblock mit der schwarzen Gewindehülse und Kontermutter spielfrei, aber leichtgängig eingestellt werden.

 

Danach wird die Schnecke im Block am Gehäuse (Schneckenrad) montiert

Ich bin so vorgegangen, dass ich die seitlichen (Befestigungs) Schrauben mit der Hand reingeschraubt habe, bis die Schnecke leichten Kontakt mit dem Schneckenrad hatte und paralell war. (rechts und links gleich viel Luft)

Die mittlere Schraube ist als einstellbare Distanz verwendet. Danach justierte ich mit Imbusschlüssel immer Schritt für Schritt und habe darauf geachtet, dass sich die Schnecke weiterhin im rechten Winkel befindet und die Schnecke nicht verspannnt.

Letztendlich muss sich die Schnecke ohne merkbare "Luft" leicht mit den Fingern an der Achse drehen lassen. (dies ist ein wenig Gefühlsache) aber sehr wichtig!!!

 

Ebenso wichtig ist die Schmierung der Gleitflächen im Endbereich, wo die großen Muttern sitzen, die die die (DE und RA) Achse halten.

Da hier kein(e) Kugellager am Werk sind, ist viel Gefühl gefragt.

Im Zweifel ist es sicherer, die Einstellung ein wenig auf der lockereren Seite zu haben.

Ist der Sitz zu fest, entstehen durch die Reibung feine Späne und der Verschleiß kann zu Schäden.

 

Beim Fett entschied ich nich für eines der Marke http://www.mapro.skf.com/products_g/lub_lgwa2.htm

 

Ich habe es bei -18°C im Tiefkühlfach gelagert und die Viskosität zwischen den Fingern "getestet".

Bei dieser Temperatur ist es schon so, dass das Fett merkbar fester ist, aber trotzdem nicht steif bzw. um vieles besser, als der originale Schmierstoff.

 

Ein weiteres Fett wäre aus dem Flugzeugbau zu empfehlen. Dieses ist nicht ganz einfach zu bekommen.

Ein Freund von mir hat es damals auf ebay gekauft. Es hat die Bezeichnung "Burmah Oil G 354" Dieses Fett ist auch nach dem Tiefkühltest bei -18°C noch recht weich und auch bei Zimmertemperatur noch zäh.